

Die Geschichte des Vereins
Viele Gärten werden seit Jahrzehnten innerhalb von Familien weitergegeben, zugleich steht der Verein für moderne, umweltbewusste Gartenpraxis und gelebte Gemeinschaft.
Heute ist der Kleingartenverein „Am Ameisbach“ ein lebendiges, über 100-jähriges Stück Stadtgeschichte: aus Weinrieden wurden Schrebergärten und aus einzelnen Parzellen eine Gemeinschaft, die Naturraum, Erholung und Miteinander mitten in Wien bewahrt.
Fleißige Siedler
Mit Fleiß und viel Eigenleistung wurden die Parzellen über Generationen gestaltet. So wuchs am westlichen Stadtrand ein besonderes Stück Wien: ein Ort, an dem Natur, Nachbarschaft und Stadtleben zusammenfinden. Das zeigt sich auch kulturell – vom frühen filmischen Echo einer Gartenbau-Ausstellung in den 1920ern bis zu Auftritten bekannter Künstler*innen im Schutzhaus.
Ebenfalls ein spannender aber auch morbider Teil der Geschichte des Ameisbachs ist der Kriminalfall der "schönen Giftmörderin" Martha Marek von 1927, welche mit Ihrer Familie in einer Gartenhütte "Am Ameisbach" lebte. Eine Geschichte die kein schönes Ende nahm.
Der Ameisbach
Namensgeber unseres Vereins, ist im heutigen Stadtbild noch spürbar: Ameisgasse, Ameisbrücke und die Ameisbachzeile folgen seinem früheren Lauf; unter Kanalgittern hört man ihn bisweilen noch rauschen. Mit dem Bau des Rainer-Spitals (heute Hanusch-Krankenhaus) wurde der Bach in diesem Abschnitt eingewölbt – das alte Bachbett markiert bis heute der parallel verlaufende, tiefer liegende Vereinsweg.
Die Anfänge
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg formierte sich am Ameisbach ein Schrebergärtner-Verein; 1951 wurde der Kleingartenverein „Am Ameisbach“ offiziell ins Vereinsregister eingetragen.
Die Anlage umfasst rund 174.000 m² – überwiegend Grund der Stadt Wien, teils Privatbesitz – und gliedert sich in mehrere Gruppen. Zentrum des Vereinslebens ist der Gemeinschaftsbereich in der Braillegasse mit Vereinsschutzhaus (Vereinskanzlei, Gastbetrieb, Gastgarten) sowie weiteren verpachteten Flächen.
Vom Weingarten zum Schrebergarten
Was heute einer der größten Kleingartenvereine Wien's ist, begann als Weingarten-landschaft am Ameisbach. Breitensee wurde bereits 1915 urkundlich erwähnt. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts kultivierten Winzer die Hänge beiderseits des Baches. Rieden und Schmelz prägten das Gebiet zwischen Hütteldorfer Straße, Breitenseer Straße und Flötzersteig.
Als die Weingärten im 19. Jahrhundert verschwanden, blieben Heurige – und die Gegend entwickelte sich mit Sommerhäuschen und großen Gärten zum beliebten Rückzugsort der Wiener.















